
Wertvoller Barock mit Storchennest
Ein enormer Sanierungsbedarf und viel Geduld – die römisch-katholische Kirchengemeinde Freiburg-Tuniberg hat eine innige Beziehung zu ihrer wertvollen barocken Pfarrkirche St. Stephan in Freiburg-Munzingen. Denn über einen sehr langen Zeitraum war sie mit der Sanierung der Kirche beschäftigt.
Nach einer großflächigen Öffnung des Kirchendaches zeigte sich das ganze Ausmaß der Schädigungen und übertraf alle Befürchtungen. Tragende Holzteile waren schwer beschädigt und gefährdeten die Statik der Kirche. Der Dachstuhl war einsturzgefährdet, das Dach selbst undicht. Auch die mit den Dachbalken verbundene Stuckdecke drohte runterzustürzen. Alles musste neu gemacht werden. Hinzu kamen die Auflagen des Denkmalschutzes. Eine umfangreiche Innenrenovierung inklusive Restaurierung der Stuckdecke und der historischen Putze, Stucke, Verglasungen und Gestühle nebst Sanierung von Dach, Turm und Glockenstuhl machten aus der Kirche eine große Baustelle. Auch die Altäre, Grabmale, neobarocken Deckengemälde wurden konserviert, die Türen und Natursteinböden ausgebessert, Elektrik neu installiert. Sogar ein altes Storchennest wurde „ertüchtigt“.
Jetzt erstrahlt die Pfarrkirche St. Stephan wieder im neuen Glanz. Im Jahre 1360 wurde sie erstmals erwähnt, der Chor stammt von 1590, der Turm reicht bis in die Spätgotik zurück. Bis die Kirche ihre barocke Ausstattung erhielt, wurde sie im Lauf der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. An der Ausschmückung des Kircheninneren beteiligten sich namhafte Künstler und Handwerker aus der Region. So stammen von Simon Göser die Bilder der Seitenaltäre, das Hauptbild des Altars kommt aus der Werkstatt des Straßburgers Meisters Georg Saum aus dem Jahre 1768. Nachdem die Kirche zwischen 1927 und 1929 erneut renoviert wurde, kamen fünf neobarocke Deckenbilder des Malers Mariano Kitschker hinzu, weiterhin der neobarocke Choraltar und 1930 das neue Altarbild. Zur wertvollen Ausstattung der Munzinger Kirche gehört auch ein Taufstein aus dem 17. Jahrhundert.
Die Stiftung Breisgauer Katholischer Religionsfonds förderte die Sanierung.
Fotos: Paul Mebus













