
Hauchdünne Fäden deuten auf das Unsichtbare
Filigrane Kunstinstallation verzaubert das Freiburger Münster
Gott begleitet die Menschen auf ihrem Weg und lässt sie nie allein. Davon erzählt das Oratorium „Petrus und der Hahn“. Der Komponist Gregor Linßen geht dabei spannenden Fragen nach: Wie ist das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen? Erkennt der Mensch, dass Gott ihn nie alleine lässt? Das Werk bildet den Abschluss einer Trilogie und wurde in der Kirche St. Michael in Karlsruhe-Beiertheim vor vielen begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörern zum ersten Mal aufgeführt.
„Petrus und der Hahn“ entstand für die Musikwerkstatt der Erzdiözese Freiburg und wurde gemeinsam mit ihr einstudiert. Mit diesem Werk vollendete Gregor Linßen nicht nur seine Trilogie, sondern gedachte auch dem verstorbenen ehemaligen Leiter der Musikwerkstatt und Bruchsaler Bezirkskantor Leo Langer. Für das besondere Musikprojekt mit eigener Kinderchorpartie begeisterte er rund 140 Sängerinnen, Sänger und Musizierende. Mit dabei waren auch 16 Kinder aus den Kinderchören und dem Jugendchor der Singschule St. Nikolaus. Während sie einen Teil ihrer Sommerferien nutzten und das Stück mit viel Fleiß in wöchentlichen Proben sowie Zusatzproben erlernten, trafen sich die erwachsenen Mitwirkenden eine Woche vor der Uraufführung zur „Musik-Wallfahrt“ im Stadtkloster St. Franziskus in Karlsruhe. Dort verbrachten sie eine intensive gemeinsame Probenzeit mit geistlichen Impulsen unter der Leitung des Priesters Hans-Jörg Krieg.
Gregor Linßen zählt zu den wichtigsten Vertretern des Neuen Geistlichen Liedes und ist einer der bekanntesten Künstler für Popularmusik in der katholischen Kirche. Sein Ziel: Gottesdienste lebendig zu machen und Glauben spürbar werden zu lassen. Für alle Beteiligten waren die Proben und die Aufführung eine besondere Erfahrung des gemeinsamen Musizierens. Ein kleiner Hahn als Maskottchen schmückt seitdem den Flügel bei den Kinderchorproben der Singschule St. Nikolaus in Karlsruhe und erinnert an diese unvergessliche Zeit.
Die Erzbischof Hermann Stiftung förderte die Uraufführung des Oratoriums.
Foto: Sigrid Eder

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